Nachruf


Ulrike Jenni (1945 - 2020) kennen wir als politisch, gesellschaftlich und sozial engagierte Frau, die zeitlebens, auch als Mutter einer Tochter, in verschiedenen Bewegungen aktiv war. Am 15.4.2020 ist sie plötzlich und unerwartet von uns gegangen.
Beschäftigt war sie in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1973–1983 und 1995–2003) und als Kustodin des Kupferstichkabinetts in der Akademie der bildenden Künste (1983–1994), wo sie die erste Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen wurde. Mit den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit als Kunsthistorikerin verbunden - einerseits das Mittelalter und anderseits die zeitgenössischen Frauen in der Kunst - waren ihre zahlreichen Publikationen und Beiträge in Ausstellungskatalogen sowie ihre Herausgeberinnentätigkeit. Sie war Mitglied im Bund Demokratisch Frauen Österreichs und des von Margarete Schütte-Lihotzky gegründeten Urania Frauenkomitees, das regelmäßig Vorführungen antifaschistischer Filme in der Wiener Urania organisierte. Seit 2017 wird diese Tradition als Urania Film-Soiree vom Schütte-Lihotzky Club fortgeführt.
Viele interessante Gespräche und Ereignisse, gemeinsame Stunden auf der Terrasse, genussvolles Essen, Ausflüge, Ausstellungs- und Theaterbesuche bleiben in unseren Erinnerungen an eine feine, einmalige, ganz besondere Persönlichkeit.

Als Älteste von insgesamt fünf Mädchen in Vorarlberg aufgewachsen und habe das Studium der Kunstgeschichte in Wien absolviert. In Wien fehlte mir sehr das Haus, das meine Eltern erbauen ließen, ein Einfamilienhaus für sieben Personen. Geplant 1952-1953 von einem Verwandten meiner Mutter der seine Ausbildung im Bauhaus zu Dessau erhielt. Ihm war die Lichtführung genauso wichtig, wie Grete in ihrer kleinen Wohnung. Auch die Großzügigkeit von mehreren Räumen hintereinander kann mit der Wohnung von Grete verglichen werden. So war es für mich ein Glück, meine späten Jahre in der Wohnung von Margarete Schütte Lihotzky verbringen zu können.“

Diesen Text als Autorin des Beitrags Margaretes Wohnungen in Wien verfasste Ulli Ende des Jahres 2019 für das Buch Margarete Schütte-Lihotzky - Spuren in Wien (das bald erscheinen wird). Herausgegeben wird das Buch vom Margarete Schütte-Lihotzky Club, sie war eine der Gründerinnen.
So bleibt etwas sehr Wichtiges von ihr. Wir werden sie sehr vermissen
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Ulrike Jenni in der Wohnung Franzengsasse

 

 

DIE AUSSTELLUNG

 

      

 

wird verlängert von 08.09.2020 – 26.11.2020

mit folgenden Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch  10:00 - 14:00 Uhr,

Donnerstag  14:00 - 18:00 Uhr.

 

Im Juli und August haben wir Sommerpause.

 


Mit Förderung von:

Bundeskanzleramt Österreich

WienKultur, Stadt Wien MA7

Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen



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Vermittlung für SchülerInnen und Jugendliche
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Anmeldung und Terminvereinbarung: raum@schuette-lihotzky.at

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